Wittgensteinpreis-Träger 1998 Univ. Prof. Dr. Peter Zoller
Theoretische Quantenoptik & Quanteninformation, Universität Innsbruck
Peter Zoller Curriculum, Scientific Career 
Institut für Theoretische Physik ITP Universität Innsbruck 
AUG IN AUG MIT EINZELNEN LICHTQUANTEN
Peter Zoller betreibt theoretische Quantenoptik an der Universität Innsbruck. Quantenoptik beschäftigt sich mit Quantenphänomenen, der Wechselwirkung von Atomen und Photonen. „Die wesentlichsten Fortschritte während der letzten Jahre”, sagt Zoller, „waren die Speicherung und Kühlung einzelner Atome und deren Wechselwirkung mit Lichtquanten. Dabei gelang es zum ersten Mal, im Labor Systeme zu erzeugen, die auf der Ebene von einzelnen Quanten – Atome und Photonen – manipulierbar und messbar sind.” Die Gruppe in Innsbruck – nach dem Abgang von Anton Zeilinger nach Wien arbeiten Zoller, Rainer Blatt aus Deutschland und Ignacio Cirac aus Spanien eng zusammen – entwickelte wesentliche Konzepte, wie man im Sinne eines „quantum engineering” in solchen Systemen kontrolliert Quantenzustände herstellt und manipuliert.
Zu seinen prägenden Auslandsaufenthalten zählt Zoller ein Max - Kade - Fellowship an der University of Southern California und vor allem zwei Visiting Fellowships am Joint Institute for Laboratory Astrophysics (JILA) der University of Colorado. Mehrmals war Zoller auch an verschiedenen Unis in Neuseeland, wo er „Theorie-Freunde” fand, die ihn wesentlich beeinflussten. Die Verbindung mit JILA führte zu einem Ruf als „tenured Professor of Physics” daselbst – aufgrund der Aussicht auf optimale Zusammenarbeit mit KollegInnen schlug er Angebote von Harvard und aus Ulm aus.
Eine der fernen Konsequenzen der Innsbrucker Forschung ist der so genannte Quantencomputer. Dieser „weirdest computer of all” (The Economist) war Anfang der Neunzigerjahre nicht mehr als eine vage Idee, basierend auf einer theoretisch enormen Speicherfähigkeit. Cirac und Zoller entwickelten den ersten realistischen Vorschlag, wie man so etwas im Labor bauen kann, nämlich mit gespeicherten Ionen. „Führende Forschungslabors schrieben die Realisierung unseres Modellvorschlags auf ihre Fahnen, und es wurden während der letzten Jahre ganz wesentliche Fortschritte erzielt – wobei Rainer Blatt mit seiner Gruppe in Innsbruck zu den bedeutendsten Experimentatoren zählt.”
Bis Ende 1994 war Zoller Professor und JILA Fellow in Colorado, dann nahm er einen Ruf nach Innsbruck an. 1998 wurde ihm einer der Wittgenstein - Preise verliehen. Die Anerkennung in Österreich freute ihn besonders, „weil er ein Preis ist, der nach objektiven Kriterien und von einer internationalen Kommission vergeben wird”. Allerdings werde die Ersparnis an Bürokratie, die durch die mehrjährige Unterstützung gegeben ist, mehr als wettgemacht, „indem man plötzlich zum Organisator von diesem und jenem – wie einem Spezialforschungsbereich – auserkoren wird”.
Immerhin, zu den neuen Entwicklungen kann Peter Zoller einiges vermelden: „Unsere Vorschläge zur Implementierung von Quanteninformation mit neutralen Atomen; Vorschläge für schnelle Quantengatter, erste Ideen, wie man mit Ensembles von Atomen – also nicht mehr nur mit einem! – solche Ideen verwirklicht. Besonders wichtig in der Physik ist zudem die Frage, ob man Bose - Einstein - Kondensate von atomaren Gasen als neues Werkzeug für Quanteninformation entwickeln kann. Dazu haben wir vor kurzem in Nature ein Papier veröffentlicht.” Ausführlicher ist darüber natürlich auf der Homepage nachzulesen.

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