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Wittgensteinpreis-Träger 2011 Jan-Michael Peters

IMP Peters Groupext

... und Zellteilung

Peters hat sich die vergangenen Jahre vor allem mit den Vorgängen bei der Zellteilung beschäftigt, speziell der Frage, wie die Tochterzellen eine idente Kopie der Chromosomen erhalten. Wenn dies nicht der Fall ist, können Krankheiten wie Krebs und Behinderungen entstehen. Seine Arbeiten haben wesentlich zum Verständnis der molekularen Mechanismen beigetragen, die dabei eine Rolle spielen. Insbesondere hat Peters und sein Team die Funktion von Proteinkomplexen aufgeklärt, die bei diesen Vorgängen eine zentrale Rolle spielen.

Bei diesen Arbeiten hätten sich "für uns neue Themen erschlossen, die vielleicht noch interessanter sind", sagte Peters. Einige Proteine, die eine wichtige Rolle bei der Zellteilung haben, hätten auch eine wichtige Funktion bei der strukturellen Organisation des Genoms. "Wir sind momentan in der erstaunlichen Situation, dass wir das menschliche Genom vollständig entschlüsselt und auch einiges Wissen über die Funktion einzelner Gene haben, aber wie diese Information in den 46 Chromosomen verpackt ist, ist noch erstaunlich wenig verstanden", so Peters.

Die DNA ist ja nicht irgendwie in den Zellkern gestopft, sondern in hoch komplizierter Weise in den Chromosomen angeordnet. Aus guten Gründen, denn diese Struktur hat wesentlichen Einfluss darauf, welche Gene aktiv und damit verwendet werden können oder nicht. Vor allem der bei der Zellteilung wichtige Proteinkomplex "Cohesin" hat auch eine wichtige Rolle dabei, wie die DNA verpackt ist. Und das soll ein neuer, mit dem Wittgensteinpreis finanzierter Forschungsschwerpunkt Peters werden.

Jan-Michael Peters, geboren 1962 in Heide, Schleswig-Holstein, studierte ab 1982 Biologie an der Universität Kiel und wechselte während des Diplomstudiums an die Universität Heidelberg (Diplom 1988), wo er bereits drei Jahre später, 1991, sein Dokotoratsstudium abschloss. Es folgten zwei PostDoc-Jahre an der Universität Heidelberg und daran anschließend zwei weitere Jahre an der Harvard Medical School. Im Jahr 1996 verließ Jan-Michael Peters die USA und wurde Group Leader am Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien, dem er seitdem angehört. Im Jahr 2002 avancierte Jan-Michael Peters zum Senior Scientist am IMP, seit 2011 ist er dessen stellvertretender wissenschaftlicher Direktor.

Jan-Michael Peters Forschung zielt auf das Verstehen der Chromosomenverteilung bei der menschlichen Zellteilung ab. Bei allen Zellteilungen, die in jedem Augenblick des Lebens im menschlichen Körper stattfinden, wird das Genom in Form von 46 Chromosomen an die sich bildenden Tochterzellen weiter gegeben. Dieser Vorgang gewährleistet Gesundheit und die Aufrechterhaltung der Identität, bzw. erzeugt durch die Kombination mütterlicher und väterlicher Genome bei der Befruchtung einer Eizelle ein neues Individuum. Umgekehrt kann die Veränderung des Genoms, zum Beispiel in Tumorzellen, zu fatalen Erkrankungen führen. Die Arbeiten von Jan-Michael Peters haben wesentlich zum Verständnis der molekularen Mechanismen beigetragen, durch die das Genom von einer Zellgeneration zur nächsten vererbt wird. Insbesondere haben Peters und sein Team die Funktion von Proteinkomplexen aufgeklärt, die sicherstellen, dass bei jeder Zellteilung die sich bildenden Tochterzellen die korrekte Anzahl an Chromosomen und damit eine vollständige Kopie des Genoms erhalten. Diese Erkenntnisse sind von zentraler Bedeutung für die zellbiologische Grundlagenforschung und für das Verständnis von Erkrankungen, die auf Fehlverteilung von Chromosomen beruhen.

Jan-Michael Peters