Wittgensteinpreis-Träger 2009 Univ.-Prof., Dr. Gerhard Widmer
Department of Computational Perception 
Im Schnittbereich zwischen Informatik, künstlicher Intelligenz und Musik
Gerhard Widmer ist seit 2004 Professor für Computational Perception an der Johannes-Kepler-Universität in Linz und leitet die Abteilung für Intelligent Music Processing and Machine Learning am Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (OFAI) in Wien. Gerhard Widmer beendete 1984 sein Diplomstudium Informatik an der Technischen Universität Wien und ging unmittelbar danach für zwei Jahre als Fulbright Stipendiat an die University of Wisconsin, USA. Mit einem Master's degree in Computer Science kehrte er 1986 nach Wien zurück, promovierte an der Technischen Universität Wien 1989 und habilitierte sich 1995 ebenda. Ab 1991 bis 1997 war Gerhard Widmer Universitätsassistent, und von 1997 bis 2004 a. Univ.-Prof. am Institut für Medizinische Kybernetik und Artificial Intelligence der Universität Wien. Gerhard Widmer ist nach Ferenc Krausz und Markus Arndt der dritte Wittgenstein-Preisträger, dem das Kunststück gelungen ist, nach der Aufnahme in das START-Programm (1998) auch den begehrten Wittgenstein-Preis zugesprochen zu erhalten.
Gerhard Widmer forscht im Schnittbereich zwischen Informatik, künstlicher Intelligenz und Musik, einem Gebiet, das er massgeblich mitbegründet und geprägt hat. Seine und die Arbeiten seines Teams spannen einen weiten Bogen von rein erkenntnisorientierter Grundlagenforschung - zum Beispiel der quantitativen computerbasierten Analyse und Modellierung so subtiler Phänomene wie ausdrucksvolle künstlerische Musikinterpretation - bis hin zur Entwicklung von musikalisch intelligenten Algorithmen mit hoher und kommerzieller Relevanz - zum Beispiel Programmen, die Aspekte der menschlichen Musikwahrnehmung simulieren und dadurch z.B. riesige digitale Musiksammlungen nach musikalischen Klangkriterien durchsuchen und ordnen können. Letztere haben vor kurzem sogar Eingang in die erste musikalisch intelligente digitale Stereoanlage gefunden. Es handelt sich hier um hochgradig interdisziplinäre Forschung, die so unterschiedliche Disziplinen wie Artificial Intelligence, maschinelles Lernen, Audiosignalverarbeitung, Music Information Retrieval und Musikwissenschaften verbindet. Widmer wird international als Pionier im Bereich Artifical Intelligence und Musik wahrgenommen und sein Forschungsteam wird in diesem Gebiet zu den leistungsfähigsten Gruppen weltweit gezählt.
Zukünftige Herausforderungen, denen sich Gerhard Widmer und seine Teams in Linz und Wien stellen werden, zielen darauf ab, substanzielles Musikverständnis auf maschineller Basis zu realisieren, um sinnvolle und nützliche musikalische Interaktion zwischen Computer und Mensch möglich zu machen.

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