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Wittgensteinpreis-Träger 2000 Univ. Prof. Dr. Peter Markowich

Angewandte Mathematik, Universität Wien

Peter Markowich HomePage ext

Faculty of Mathematics, University of Vienna ext

Wolfgang Pauli Institute (WPI) ext

Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics (RICAM) ext

mail peter.markowich@univie.ac.at

WIEN AUF DIE MATHEMATISCHE LANDKARTE SETZEN

Der Wiener Mathematiker Peter Markowich beschäftigt sich mit der Analyse von partiellen Differenzialgleichungen, die gleichermassen subatomare wie galaktische dynamische Vorgänge beschreiben helfen. Obwohl er selbst grundlagenorientiert forscht, liefert seine Arbeit die Modelle, auf die PraktikerInnen aus den Ingenieurs- und Naturwissenschaften aufbauen können. Auch die schwierigen, sogar FachkollegInnen nur teilweise zugänglichen Zusammenhänge zwischen klassischer und Quantenmechanik erhellt Markowich mit seinen analytischen Modellen.

Seit Newton und Leibniz, so Markowich, geht es darum, Naturvorgänge im Bereich der Mechanik mathematisch zu beschreiben. Als eine der geeigneten Sprachen wurden dafür die Differenzialgleichungen gefunden. Maxwell formulierte in der gleichen Sprache die Gesetze der Elektrodynamik, Boltzmann die Gesetze der Gasdynamik, Schrödinger die Quantendynamik, Einstein die allgemeine Relativitätstheorie.

Als seinen speziellen Beitrag bezeichnet Markowich die Untersuchung der strukturellen Eigenschaften solcher Gleichungen: „In der Mathematik gibt es eben absolute Wahrheiten. Unter genau definierten Voraussetzungen hat die Gleichung eine oder mehrere oder keine Lösung. Wenn’s fehlerfrei bewiesen ist, ist das eine Wahrheit über die Struktur der Gleichung.”

Zurzeit ist Wien seiner Ansicht nach noch nicht „auf der Landkarte” der relevanten Zentren angewandter Mathematik. Die sieht er in verschiedenen Teilen der Welt: Deutschland, Rom, Madrid, natürlich Amerika, sogar Chile habe bessere Zentren als Österreich, und China sei die kommende Macht; vor allem aber Paris: „Dort sind in zirka 20 Unis etwa 400 hervorragende Leute konzentriert, die Differenzialgleichungen auf Topniveau betreiben.”

Um Wien da konkurrenzfähig zu machen, möchte Peter Markowich einen Grossteil der Mittel, die er mit dem Wittgenstein - Preis 2000 erhält, in Personal investieren. „Zum Modellieren und Analysieren brauche ich nicht einmal teure Computer, das kann heute schon jeder bessere PC. Ich will hoch qualifizierte Leute herholen, die forschen und die am höheren Lehrbetrieb teilnehmen, damit die Studenten auch profitieren.” Die Ersten von ihnen sind schon da – ein italienischer Post-Doc arbeitet mit ihm an stochastischen Diffusionsgleichungen.

Gemeinsam mit anderen START- und Wittgenstein - Preisträgern in angewandter Mathematik (siehe Gottlob, Mauser, Schachermayer) hat er die Gründung eines Centre of Excellence ausserhalb der Universität ermöglicht. Es heißt Wolfgang-Pauli-Institut, „um diesem in Wien geborenen Nobelpreisträger endlich die gebührende Anerkennung zu verschaffen. Und dort soll es zwischen verschiedenen Bereichen der angewandten Mathematik, der Physik und der Informatik zu Synergien kommen: in der Einwerbung und Abwicklung von großen ‚Drittmittelprojekten‘, wie sie zum Beispiel vom FWF oder von Brüssel in harter Begutachtung erworben werden; in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses; und in der Forschung auf diesen Gebieten selbst.”

Peter Markowich